2011-2026: 15 Jahre Brückendienst

Ein Hoch auf das Leben - bis zuletzt im vertrauten Umfeld

«Was würde dir am Lebensende Sicherheit geben?»


Hand aufs Herz: Haben Sie mit Ihnen nahestehenden Menschen schon einmal über Ihre Vorstellungen und Wünsche rund ums Lebensende gesprochen? Es ist dafür nie zu früh – im Nachhinein aber oft zu spät …

Das ist auch die Erfahrung aus 15 Jahren Brückendienst, der spezialisierten ambulanten Palliative Care der Spitex Stadt Luzern: Viele Betroffene und Angehörige sind zunächst überfordert und regelrecht sprachlos, wenn sie mit einer einschneidenden Diagnose konfrontiert werden.

Deshalb ermuntern wir Sie zu unserem kleinen Jubiläum, aktiv mit jemandem das Gespräch zu suchen: Was wäre Ihnen wichtig? Und was würden Sie keinesfalls wollen?

Nachttisch
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«Pallia – was?»

Hinter dem Begriff «Palliative Care» steckt weit mehr als nur die Linderung von Schmerzen am Lebensende. «Palliativ» kommt vom lateinischen Pallium, zu deutsch Mantel – es steht für umhüllen, wärmen, schützen. Das englische «care» bedeutet Fürsorge, Pflege, Behandlung. Gemeint ist also eine umfassende Betreuung, die die Lebensgewohnheiten der Betroffenen berücksichtigt und die Angehörigen miteinbezieht.

Palliative Care heisst auch nicht, dass nichts mehr getan werden kann. Im Mittelpunkt steht, was der betroffenen Person guttut, was sie noch erleben möchte und was ihr wichtig ist. 

Möchten Sie mehr über den Brückendienst erfahren?

Hier kommen Sie auf unsere Angebotsseite.

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Unterstützen Sie den Brückendienst 

Wir freuen uns über Ihre Spende – gerne direkt online über unsere Spenden-Plattform. Auf dass der Brückendienst auch in Zukunft seine Aufgaben erfüllen kann.

Die Anfänge des Brückendienstes 

Notizbuch
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2008

Im Sommer beschliesst die Spitex Stadt Luzern, in die spezialisierte Palliative Care zu investieren.

2009

Im Juni beginnt die Geschäftsleitung mit der Ausarbeitung eines Konzepts für ambulante Palliative Care.

2011

Am 1. Februar nehmen vier Fachpersonen unter dem Namen «Brückendienst» ihre Arbeit auf. Zum Ende des Jahres zählt das Team bereits sieben Mitarbeitende. Bis Ende 2020 durfte das Team rund 2'000 Klientinnen und Klienten in deren gewohnten Umfeld bis zum Tod begleiten.

Geschichten, die das Leben schreibt

Mitarbeitende des Brückendienstes berichten immer wieder, dass es auch im Angesicht des Todes nicht nur betrübt zugeht - vielmehr ist es Leben bis zuletzt, wie auch unser Beispiel zeigt:

Frau S. war schon sehr geschwächt, und die Untersuchungen im Spital zeigten ein rasches Fortschreiten ihres Tumorleidens. Trotzdem bestand sie weiterhin auf die Unterstützung des Brückendienstes, um noch in die Badewanne gelangen zu können. Das Vollbad (mit möglichst viel Schaum, Sekt und Lachshäppchen, die sie aufgrund ihrer Schluckbeschwerden kaum mehr essen konnte) wurde im Verlauf ihrer Erkrankung jeweils zum Höhepunkt der Woche.

Auch die folgenden Hörgeschichten lassen Sie in die «lebendige» Welt des Brückendienstes eintauchen:

Weinglas
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«Like a bridge over trouble water»

Der Klassiker von Simon and Garfunkel beschreibt sehr treffend den ganzheitlichen Betreuungsansatz des Brückendienstes: Er baut Brücken für Menschen in äusserst schwierigen Situationen. Der Mensch und sein Schicksal stehen im Mittelpunkt; an ihm richten sich alle Leistungen aus. Der Brückendienst setzt dort an, wo er gebraucht wird, passt seine Leistungen stetig den wechselnden Situationen an.

Dazu gehören beispielsweise komplexe Pflegeverrichtungen, wie die Verabreichung von Infusionen, Nährlösungen, Chemo und anderen intravenös verabreichten Medikamenten. Aber auch die Begleitung und Entlastung betreuender Angehöriger oder die Koordination mit Ärzt:innen, Seelsorgepersonen und anderen Institutionen. Dies alles in einer würdevollen und ruhigen Atmosphäre, die den Betroffenen die nötige Sicherheit gibt.

Was dies auch für die Angehörigen bedeutet, zeigt exemplarisch dieser Dankestext:

«Es ist mir ein grosses Anliegen mich für die äusserst professionelle und liebevolle Betreuung meiner Mutter zu bedanken. […] Diese Frauen leisten Enormes unter zum Teil sehr grosser psychischer Belastung. Sie alle haben es sehr behutsam verstanden, den Aufenthalt meiner Mutter zu Hause so würdevoll wie möglich zu gestalten. Aus meiner Sicht geht ihr Verständnis der Betreuung der Patienten weit über das hinaus, was ich erwartet hätte. Das verdient meine Hochachtung vor dieser grossartigen Art der Betreuung.»

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Qualität wird nach aussen sichtbarer

Im Februar 2023 wird dem Brückendienst vom Schweizerischen Verein für Qualität in Palliative Care das Label «Qualität in Palliative Care» verliehen – als erster Institution für spezialisierte Palliative Care im Kanton Luzern. Das Label weist aus, dass das interprofessionell arbeitende Team in der Pflege und Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen einen hohe palliativ­medizinische und -pflegerische Expertise hat.