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Verein

Spitex Stadt Luzern ist ein Verein im Sinne des ZGB. Dieser ist gemeinnützig sowie parteipolitisch und konfessionell neutral. Seine Aufgaben nimmt der Verein im Auftrag der Stadt Luzern wahr (Leistungsvereinbarung).

Werden Sie Mitglied 

Durch ihre Mitgliedschaft bezeugen heute ca. 1700 Einzelpersonen, Familien und Organisationen ihr Interesse und ihre Verbundenheit mit den Zielen und Aufgaben von Spitex Stadt Luzern. Als Mitglied informieren wir Sie regelmässig über unsere Tätigkeit  und wichtige Neuigkeiten.

Leistungsvereinbarung & Finanzierung 

Die Spitex und deren Leistungspalette (Pflege und Hauswirtschaft) ist eine obligatorische Gemeindeaufgabe gemäss kantonalem Gesundheitsgesetz. Es besteht eine Leistungspflicht, die Stadt Luzern hat dafür zu sorgen, dass der Bevölkerung ein ausreichendes Angebot an Spitex-Leistungen zur Verfügung steht. Die Stadt Luzern hat mit der Spitex Stadt Luzern eine Leistungsvereinbarung ausgearbeitet. Diese Vereinbarung zeigt einerseits auf, welche Leistungen durch die Spitex Stadt Luzern angeboten werden und anderseits, wie die Finanzierung dafür geregelt wird.

Geschichte 

Spitex taucht in der Luzerner Geschichte erstmals am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Die Bevölkerungsentwicklung führte in den Städten zu prekären Zuständen und damit zur Zunahme von gefürchteten Krankheiten (Tuberkulose, Typhus, Pocken, Diphterie usw.). Zwar wird die Worterfindung "Spitex", für "Spital extern", erst in den 1960-er Jahren bekannt. Aber organisierte Pflege zu Hause haben in Luzern schon vor der Jahrhundertwende die Krankenbrüder und der neu gegründete Samariterverein angeboten. 1929 gesellte sich, wohl nicht zuletzt aus kirchenpolitischen Gründen, der reformierte Haus- und Krankenpflegeverein dazu. Die katholische Seite setzte auf "Familienhilfe", Pro Senectute auf die Betreuung von Betagten, das Rote Kreuz, mit seinen Wurzeln in der Kriegssanität, ging einen eher medizinisch orientierten Weg.

Mit der Urbanisierung der modernen Schweiz ging in den Städten ein markanter demografischer Alterungsprozess einher. Die Lebenserwartung stieg kontinuierlich an, die Familiengrösse nahm gleichzeitig ab, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort wurde zur Regel. Familien, die früher noch Angehörige betreuen konnten, zogen in neue Wohngebiete. In den 80-er Jahren wurde klar, dass die ambulante Pflege vor allem für betagte und hochbetagte Menschen von grösster Bedeutung ist. Spitex hat sich säkularisiert, die "Branchen"-Anbieter haben sich auf ihre Kernkompetenz besonnen. In Luzern wurden die Konsequenzen am 28.4.1994 gezogen, indem die noch lockere Arbeitsgemeinschaft für Offene Altershilfe (AGOA), zum Verein Spitex Stadt Luzern umfunktioniert und damit weniger zum Fusions-, als vielmehr zum Auffanggefäss wurde, für alle Spitex-Anbieter, die früher Pionierleistungen erbrachten (Rotes Kreuz, Kirchen, Lucasana, Pro Senectute). Im kleinen Jubiläumsjahr 1995 konnte eine erfreuliche Bilanz gezogen werden: klare Leistungs- und Tarifstruktur, effiziente Administration, Pflegeinformatik, Qualitätssicherung. Zudem hat Spitex Luzern als erste grosse Organisation der Schweiz einen konsequenten 24-Stunden-Dienst eingeführt, womit die Stadt auf den weiteren Bau von Heimen verzichten konnte. Und mit dem Aufbau eines spezialisierten Teams können heute die zunehmend komplexen Situationen bei psychischer Begleitproblematik professionell gemeistert werden.

Der politische Entscheid zur Fusion der beiden Gemeinden Luzern und Littau hatte auch für Spitex Konsequenzen: Seit 1.1.2010 erbringt die Spitex Stadt Luzern in der um Littau vergrösserten Stadt Luzern ihre Dienstleistungen. Seither kann auch der Stadtteil Littau vom umfassenden Angebot der Spitex Stadt Luzern profitieren.

Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz die neue Pflegefinanzierung. Sie brachte neben einer ganzen Reihe von neuen Administrativauflagen einen zusätzlichen Finanzgeber – den Klienten. Über die sogenannte «Patientenbeteiligung» muss sich die Bezügerin einer Spitex-Leistung neu an den Kosten beteiligen. Für die Spitex bedeutete dies: neue Berechnungs- und Abrechnungsprozesse, neue Auswertungen – aber vor allem viel Aufklärungs- und Informationsarbeit. Zwischenzeitlich kann festgestellt werden: Die neuen Prozesse funktionieren. Allerdings sind wir nach wie vor unglücklich über die Tatsache, dass sich die Klientinnen und Klienten in so hohem Masse an den Kosten beteiligen müssen. 

Im 2011 wurde nach intensiver Vorarbeit der «Brückendienst» – das Konzept für Palliative Care – gestartet. Die grosse Nachfrage innert sehr kurzer Zeit und die Tatsache, dass praktisch alle Agglomerationsgemeinden sich bereits zu einer Zusammenarbeit mit unserem neuen Dienst entschlossen haben, zeigt die hohe Relevanz dieses Angebots. Zwar ist die Finanzierung nach wie vor nur zum Teil gesichert (die Mehrkosten gegenüber dem «normalen» Pflegedienst werden durch Spenden finanziert), aber wir sind zuversichtlich, dass sich hier künftig eine gesicherte Lösung finden lässt. 

Die Einführung der Fallpauschalen auf 01.01.2012 hat sich im Verlaufe der vergangenen Jahre zunehmend ihre Wirkung entfaltet. Für uns bedeutet dies, dass Spitalaustritte kurzfristiger und vor allem vermehrt an Wochenenden erfolgen. Eine grosse Herausforderung, wenn man bedenkt, dass wir weder Ressourcen «auf Vorrat» anlegen, noch unser Personal im grossen Stil auf Abruf beschäftigen können. 

Eine Unterstützung hinsichtlich Zunahme der Geschwindigkeit war die Einführung des neuen Informatiksystems SWING auf Januar 2012. Die neuen Technologien u.a. Datenerfassung per Smartphones und die damit verbundenen verfeinerten Abläufe ermöglichen noch mehr Effizienz und Professionalität. Bis Ende 2016 sollen sämtliche Papierdossiers durch IT-Tablets ersetzt sein.

Heute beschäftigen wir mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon rund 35 Studierende und Lernende) an vier Standorten in der Stadt Luzern. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind fachlich sehr versiert und überdurchschnittlich motiviert. Die Spezialdienste der Spitex Stadt Luzern in den Bereichen Psychiatrie oder Palliative Care sind weit über die Stadtgrenzen hinaus für ihre professionellen Dienstleistungen geschätzt und geachtet, so auch der Nachtdienst.