Spitex Stadt Luzern ist ein Verein im Sinne des ZGB. Dieser ist gemeinnützig sowie parteipolitisch und konfessionell neutral.

Seine Aufgaben nimmt der Verein im Auftrag der Stadt Luzern wahr. Denn die Spitex und deren Leistungspalette (Pflege und Hauswirtschaft) ist eine obligatorische Gemeindeaufgabe gemäss kantonalem Gesundheitsgesetz. Das heisst: Die Spitex Stadt Luzern hat dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung ein ausreichendes Angebot an Spitex-Leistungen zur Verfügung steht. Dazu hat die Stadt Luzern mit der Spitex Stadt Luzern eine Leistungsvereinbarung ausgearbeitet. Diese Vereinbarung zeigt einerseits auf, welche Leistungen durch die Spitex Stadt Luzern angeboten werden und andererseits, wie die Finanzierung dafür geregelt wird.

Generalversammlung vom 31. Mai 2021

Unsere Generalversammlung wurde aufgrund der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr schriftlich durchgeführt. Wir danken allen Mitgliedern, die sich daran beteiligt haben. Die Ergebnisse haben wir für Sie zusammengefasst. 

Jetzt Mitglied werden

Durch ihre Mitgliedschaft bezeugen heute ca. 1200 Privatpersonen und Organisationen ihr Interesse und ihre Verbundenheit mit den Zielen und Aufgaben von Spitex Stadt Luzern.

Geschichte

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Die Anfänge der organisatorischen Pflege in der Stadt Luzern

Spitex taucht in der Luzerner Gechichte erstmals am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Die Bevölkerungsentwicklung führte in den Städten zu prekären Zuständen und damit zur Zunahme von gefürchteten Krankheiten (Tuberkulose, Typhus, Pocken, Diphterie usw.). Zwar wird die Worterfindung «Spitex», für Spital extern, erst in den 1960er Jahren bekannt. Aber eine organisierte Pflege zu Hause haben in Luzern schon vor der Jahrhundertwende die Krankenbrüder und der neu gegründete Samariterverein angeboten.

1929 gesellte sich, wohl nicht zuletzt aus kirchenpolitischen Gründen, der reformierte Haus- und Krankenpflegeverein dazu. Die katholische Seite setzte auf «Familienhilfe», Pro Senectute auf die Betreuung von Betagten, das Rote Kreuz, mit seinen Wurzeln in der Kriegssanität, wählte einen eher medizinisch orientierten Weg.

Die Geburtstunde des Vereins Spitex Luzern

Mit vereinten Kräften in die Zukunft

Im kleinen Jubiläumsjahr 1995 konnte eine erfreuliche Bilanz gezogen werden: eine klare Leistungs- und Tarifstruktur, effiziente Administration, Pflegeinformatik, Qualitätssicherung. Zudem hat Spitex Luzern als erste grosse Organisation der Schweiz einen konsequenten 24-Stunden-Dienst eingeführt, womit die Stadt auf den weiteren Bau von Heimen verzichten konnte. Und mit dem Aufbau eines spezialisierten Teams können heute die zunehmend komplexen Situationen bei psychischer Begleitproblematik professionell gemeistert werden.

 

Aus Spitex Littau und Spitex Luzern wird Spitex Stadt Luzern

Der politische Entscheid zur Fusion der beiden Gemeinden Luzern und Littau hatte auch für die Spitex Konsequenzen: Seit 1. Januar 2010 kann auch der neue Stadtteil Littau vom umfassenden Angebot der Spitex Stadt Luzern profitieren.

 

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Schweizweite Einführung der Patientenbeteiligung

Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz die neue Pflegefinanzierung. Sie brachte neben einer ganzen Reihe von neuen Administrativauflagen einen zusätzlichen Finanzgeber – die Klientinnen und Klienten. Über die sogenannte «Patientenbeteiligung» müssen sie sich neu an den Kosten der Spitex-Leistungen beteiligen. Für die Spitex bedeutet dies: neue Berechnungs- und Abrechnungsprozesse, neue Auswertungen – aber vor allem viel Aufklärungs- und Informationsarbeit. 

Der Brückendienst mit der spezialisiserten Palliativ-Pflege nimmt seine Arbeit auf

Im Jahr 2011 wurde nach intensiver Vorarbeit der «Brückendienst» – das Konzept für eine spezialisierte ambulante Palliative Care – gestartet. Die grosse Nachfrage innert sehr kurzer Zeit und die Tatsache, dass praktisch alle Agglomerationsgemeinden sich bereits zu einer Zusammenarbeit mit dem neuen Dienst entschlossen haben, zeigt die hohe Relevanz dieses Angebots. Zwar ist die Finanzierung nach wie vor nur zum Teil gesichert (die Mehrkosten gegenüber dem «normalen» Pflegedienst werden durch Spenden finanziert), aber wir bleiben zuversichtlich, dass sich hier künftig eine gesicherte Lösung finden lässt.

 

Herausforderungen eines schnell wachsenden Marktes

Die Spitex Stadt Luzern «platzt aus allen Nähten»

Die Bevölkerung wird zunehmend älter und hat immer mehr den Wunsch, auch im Alter selbstbestimmt daheim zu leben. Die Nachfrage nach ambulanten Dienstleistungen steigt konstant an. Dies bringt die Spitex-Teams zusehends an ihre Grenzen – sowohl personell als auch räumlich. 2019 startet die Spitex Stadt Luzern ein Pilotprojekt, das einen Umbau von zunächst vier Teams in selbstorganisierte Teams vorsieht. Bis Ende 2020 arbeiten bereits fast alle Pflege- und Hauswirtschaftsteams selbstorganisiert ohne Teamleitung. Diese Strategie verfolgt gleich mehrere Ziele:

  • Die Mitbestimmung und Mitverantwortung aller Mitarbeitenden wird gefordert und gefördert.
  • Die Teams werden kleiner und agiler.
  • Die Spitex Stadt Luzern positioniert sich als attraktive Arbeitgeberin im ausgetrockneten Fachkräftemarkt.
  • Die Kontinuität in der Pflege wird erhöht - sprich: es kommen weniger unterschiedliche Mitarbeitenden bei einer Klientin/einem Klienten zum Einsatz.

Parallel dazu werden in der Stadt Luzern mehrere neue Standorte eröffnet - jeweils quartiernah, sodass sich die Wegzeiten zu den Einsätzen reduzieren und mehr Nähe zu den Quartieren und ihren Bewohnern aufgebaut werden kann.
 

Mit Know-how und Innovation den aktuellen und künftigen Bedarf sicherstellen

Um den Bedarf einer sicheren Pflege und Betreuung zu gewährleisten, hat die Spitex Stadt Luzern über die Jahre ein Team von Fachspezialistinnen und -spezialisten zusammengestellt. Sie sind dafür zuständig, die Mitarbeitenden in der zunehmenden Komplexität der Pflege und Betreuung zu Hause zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen. Gleichzeitig entwickeln sie die Fachbereiche des Betriebes weiter und erarbeiten dem Bedarf entsprechend neue Dienstleistungsangebote zusammen mit Gruppen aus Mitarbeitenden und mit Partnerorganisationen.

Die Spitex Stadt Luzern sieht sich nicht nur als ausführende Organisation, sondern erachtet es als ihre Pflicht, Bedarf und Bedürfnis der Bevölkerung zu erfassen und entsprechend neue Angebote zu initiieren. So wurden bereits viele Initiativen von der Spitex Stadt Luzern aus lanciert: beispielsweise der 24-Stunden-Betrieb, die ambulante spezialisierte Psychiatrie, die ambulante spezialisierte Pallativ-Pflege, die ambulante spezialisierte Demenz-Pflege, das Wohnen mit Dienstleistungen und auch Vicino Luzern.
 

Die Corona-Pandemie krempelt Vieles um

Im Jahr 2020 steckt die Spitex Stadt Luzern nicht nur mitten im Umstrukturierungsprozess, sondern sieht sich plötzlich auch mit einer Pandemie konfrontiert. Diese fodert einen überdurchschnittlichen Einsatz von allen Mitarbeitenden. Sie bringt allerdings auch Bewegung in viele Bereiche: Die Möglichkeiten des Home-Office werden ausgebaut, Weiterbildungen können neu teilweise online durchgeführt werden, an Sitzungen können auch Mitarbeitende teilnehmen, die nicht vor Ort sind. 
 

Heute

Im Jahr 2021 beschäftigt die Spitex Stadt Luzern mehr als 350 Mitarbeitende (davon rund 35 Studierende und Lernende) an 10 Standorten in der Stadt Luzern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch kontinuierliche Weiterbildungen fachlich auf dem neuesten Stand gehalten und sind überdurchschnittlich motiviert.

Die Spezialdienste der Spitex Stadt Luzern in den Bereichen Psychiatrie und Palliative Care werden weit über die Stadtgrenzen hinaus für ihre professionellen Dienstleistungen geschätzt und geachtet - gleiches gilt weiterhin für den Nachtdienst.