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Preisgekrönte Studie zur Medikationssicherheit

Laut aktueller Fachliteratur sind bis zu 54 % der Patienten beim Übertritt vom Spital in die ambulante Versorgung von einem Medikationsfehler betroffen. Besonders gefährdet sind Patienten ab 65 Jahren. Dennoch gibt es bisher nur wenige Daten zur Medikationssicherheit im Home Care Bereich. Das Projekt "doMESTIC 2016-2019 - Study of Medication Safety in Home Care" soll dies ändern. Finanziert wird es vom paritätisch geführten LOA-Fonds, dem Gesundheitsdepartement des Kantons Luzern, dem Kantonalen Spitex Verband Luzern sowie der Spitex Stadt Luzern.

Als Modellorganisation dient die Spitex Stadt Luzern. Im ersten Studienjahr wurde eine Studie mit 100 Patienten durchgeführt. Diese waren alle älter als 64 Jahre, laut ärztlicher Austrittsverordnung wurden sie mit 4 oder mehr Medikamenten behandelt und sie wurden direkt vom Spital zur Spitex entlassen.

Hierbei wurde bereits deutlich: Insbesondere die Kommunikation im Übertrittsprozess ist eine Herausforderung, da verschiedene Gesundheitsversorger in den Prozess involviert sind. Weitere Hauptproblemfelder sind die Verfügbarkeit der Medikamente im Heim des Patienten sowie die Qualität der Austrittsverordnungen. Im weiteren Projekt sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, um die Medikationssicherheit an der Schnittstelle vom Spital und Spitex zu erhöhen. Ein Vorschlag der Studie ist die Implementierung eines Pharmazeuten in einem interprofessionellen Spitex-Team, der basierend auf vollständigen Austrittsunterlagen eine systematische Medikationsanalyse durchführt.

Hier geht's zum Artikel zum Thema Medikationssicherheit, welcher im Spitex Magazin erschienen ist.

Mit dieser Arbeit hat Dr. Carla Meyer-Massetti von der Universität Basel am 46th Symposium on Clinical Pharmacy der European Society of Clinical Pharmacy ESCP in Heidelberg den Award für die beste Pecha Kucha Präsentation gewonnen.

Die Originalarbeit wurde von weiteren Co-Autoren mitverfasst: Prof. Dr. Christoph R. Meier, Vera Hofstetter, Klinische Pharmazie & Epidemiologie, Universität Basel; Barbara Hedinger-Grogg, Spitex Stadt Luzern; Prof. B. Joseph Guglielmo, University of California, San Francisco, USA