Spitex Stadt Luzern
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Geschichte

Spitex taucht in der Luzerner Geschichte erstmals am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Die Bevölkerungsentwicklung führte in den Städten zu prekären Zuständen und damit zur Zunahme von gefürchteten Krankheiten (Tuberkulose, Typhus, Pocken, Diphterie usw.). Zwar wird die Worterfindung "Spitex", für "Spital extern", erst in den 1960-er Jahren bekannt. Aber organisierte Pflege zu Hause haben in Luzern schon vor der Jahrhundertwende die Krankenbrüder und der neu gegründete Samariterverein angeboten. 1929 gesellte sich, wohl nicht zuletzt aus kirchenpolitischen Gründen, der reformierte Haus- und Krankenpflegeverein dazu. Die katholische Seite setzte auf "Familienhilfe", Pro Senectute auf die Betreuung von Betagten, das Rote Kreuz, mit seinen Wurzeln in der Kriegssanität, ging einen eher medizinisch orientierten Weg.

Mit der Urbanisierung der modernen Schweiz ging in den Städten ein markanter demografischer Alterungsprozess einher. Die Lebenserwartung stieg kontinuierlich an, die Familiengrösse nahm gleichzeitig ab, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort wurde zur Regel. Familien, die früher noch Angehörige betreuen konnten, zogen in neue Wohngebiete. In den 80-er Jahren wurde klar, dass die ambulante Pflege vor allem für betagte und hochbetagte Menschen von grösster Bedeutung ist. Spitex hat sich säkularisiert, die "Branchen"-Anbieter haben sich auf ihre Kernkompetenz besonnen. In Luzern wurden die Konsequenzen am 28.4.1994 gezogen, indem die noch lockere Arbeitsgemeinschaft für Offene Altershilfe (AGOA), zum Verein Spitex Luzern umfunktioniert und damit weniger zum Fusions-, als vielmehr zum Auffanggefäss wurde, für alle Spitex-Anbieter, die früher Pionierleistungen erbrachten (Rotes Kreuz, Kirchen, Lucasana, Pro Senectute). Im kleinen Jubiläumsjahr 1995 konnte eine erfreuliche Bilanz gezogen werden: klare Leistungs- und Tarifstruktur, effiziente Administration, Pflegeinformatik, Qualitätssicherung. Zudem hat Spitex Luzern als erste grosse Organisation der Schweiz einen konsequenten 24-Stunden-Dienst eingeführt, womit die Stadt auf den weiteren Bau von Heimen verzichten konnte. Und mit dem Aufbau eines spezialisierten Teams können heute die zunehmend komplexen Situationen bei psychischer Begleitproblematik professionell gemeistert werden.

Der politische Entscheid zur Fusion der beiden Gemeinden Luzern und Littau hatte auch für Spitex Konsequenzen: 2008 starteten die Vorarbeiten für den Zusammenschluss der beiden Betriebe. Ab 1.1.2010 erbringen über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Leistungen der Spitex in der um Littau vergrösserten Stadt Luzern, wobei die Beibehaltung der Betreuungsqualität das oberste Ziel aller Beteiligter ist.

Neue Herausforderungen lassen nicht auf sich warten. Mit der neuen Pflegefinanzierung werden finanziell völlig neue Wege beschritten, über die sich vor allem Behörden und Betriebsleitungen schon heute Gedanken machen müssen.